Der letzte Monat stand ganz im Zeichen dieser Erkrankung. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung(BZgA) in Deutschland widmete sich ausführlich diesem Krankheitsbild.
In Deutschland erkranken in jedem Jahr etwa 29.000 Frauen an Darmkrebs. Damit gehört diese Krebsart neben Lungenkrebs und Brustkrebs zu den drei häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen. Das Erkrankungsrisiko nimmt mit zunehmendem Lebensalter zu. Daher sollten ab dem fünfzigsten Lebensjahr in regelmäßigen Abständen Untersuchungen zur Früherkennung von Darmkrebs durchgeführt werden.
Patienten mit erhöhtem Risiko für Darmkrebs sollten sich bereits deutlich früher über die Möglichkeiten zur Früherkennung von Darmkrebs informieren und beraten lassen.

Diese Darmspiegelungen haben zum Ziel, Darmkrebs bereits im Vor- oder Frühstadium zu erkennen, um damit die Heilungschancen zu optimieren. Vorstufen dieser Erkrankung können entfernt werden und somit das Entstehen von Darmkrebs verhindert werden.
Darmkrebs ist eine bösartige(maligne) Veränderung der Darmschleimhaut und tritt hauptsächlich im Dickdarm(Kolon) sowie im Enddarm(Rektum) auf. Daher wird Dickdarmkrebs als Kolorektales Karzinom bezeichnet.
Die Innenwand des Darms ist mit Schleimhaut ausgekleidet. Aus ihr können sich kleine Polypen bilden,die wachsen und dann Adenome genannt werden.Polypen und Adenome sind gutartig. Allerdings können sich Adenome verändern und zu Darmkrebs entarten. Die Entwicklung vom Polypen zum Darmkrebs dauert in der Regel 10 Jahre.

Aus einer Studie des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung in Deutschland, an der knapp 400.000 Frauen an einer großen Darmspiegelung teilnahmen, ging hervor, dass mehr als die Hälfte der Teilnehmerinnen einen normalen Darm aufwiesen. Bei ihnen wurden weder Darmkrebs, Krebsvorstufen, noch andere Darmerkrankungen festgestellt. Bezogen auf 1000 Frauen dieser Gruppe wurden bei 248 Krebsvorstufen wie Polypen und Adenome gefunden. Durch die Entfernung dieser Krebsvorstufen während der Darmspiegelung(Polypektomie) konnte der Entstehung von Darmkrebs bei diesen Frauen vorgebeugt werden.
Bei 51 von 1.ooo Frauen wurden fortgeschrittene Adenome entdeckt. Je größer diese Adenome sind, umso wahrscheinlicher entwickeln sie sich weiter zu Darmkrebs. Auch hier wurde durch die Entfernung der Adenome der Entstehung von Darmkrebs vorgebeugt.

8 von 1000 Frauen hatten Darmkrebs. Bei 5 dieser 8 Frauen befand sich der Darmkrebs in einem gut behandelbaren Frühstadium. Dadurch steigen die Heilungschancen. 3 der 8 Frauen hatten Darmkrebs in einem fortgeschrittenen und somit schwerer behandelbaren Stadium.
Allerdings wurde bei diesen Frauen der Darmkrebs entdeckt, bevor er Beschwerden verursachte. Somit wurde der Zeitpunkt der Behandlung des Darmkrebs durch die Früherkennungsdarmspiegelung nach vorn gezogen.

Zusammenfassend kann man sagen, bei 5 von 1.000 Frauen wurde durch die Früherkennungsdarmspiegelung Darmkrebs in einem gut behandelbaren Frühstadium entdeckt und dadurch die Heilungschancen erhöht. Bei 300 von 1.000 Frauen wurden bei der Untersuchung Krebsvorstufen(Polypen/Adenome) festgestellt, wodurch bei einigen dieser Frauen durch das Entfernen der Krebsvorstufen, die Entstehung von Darmkrebs verhindert wurde.
Quelle:BZgA