Zweifellos hat Stillen viele positive Effekte. Es versorgt das Kind mit wichtigen Abwehrstoffen, beugt Allergien vor und mindert das Risiko für Asthma und Neurodermitis.
Die Veröffentlichung einer Studie im medizinischen Fachblatt „The Lancet Global Health“ legt nun nahe, dass es sich auch positiv auf die Entwicklung des Gehirns auswirkt. Je länger Kinder gestillt wurden, desto höher war im späteren Leben ihr IQ – ein Effekt, der sich unabhängig vom sozialen Status der Eltern zeigte.
Es handelt sich um eine brasilianische Studie der Universität Pelotas und basiert auf Daten von 6000 Kindern. Die Wissenschaftler unterteilten sie in 5 Gruppen, je nachdem wie lange die Kinder gestillt wurden: weniger als einen Monat, ein bis zwei Monate, drei bis fünf Monate, sechs bis elf Monate oder zwölf und mehr Monate. Die Auswertung erfolgte nach 30 Jahren und es nahmen noch 3493 Probanden teil. Diese unterzogen die Wissenschaftler einem IQ-Test.Wer als Baby mindestens ein Jahr lang gestillt wurde, legte laut der Studie um vier IQ-Punkte zu, wies 0,9 Jahre mehr an Schulbildung auf und hatte ein um 341 brasilianische Real (98 Euro) erhöhtes Monatseinkommen im Gegensatz zu denen, die kürzer als einen Monat gestillt wurden.

Wer kann, sollte demnach stillen.
Quelle: The Lancet